
Komponist, 1959 in Basel geboren. 1971-81: Keyboarder und Komponist in Bands wie "Ephesus" oder "The Wondergirls". 1979-86 Klavier-, Theorie- und Kompositionsstudium (Robert Suter, Roland Moser) an der Musik-Akademie in Basel. Seit 1986 Dozent für Musiktheorie, Neue Musik und Komposition an der Zürcher Hochschule der Künste. 1986-88 Kompositionsstudien bei György Kurtág in Budapest. 2004 künstlerischer Leiter der ISCM World New Music Day "trans-it". Sein Werkkatalog umfasst inzwischen ca. 40 Kompositionen: vorwiegend Kammer-, Vokal- und Orchestermusik oft unter zusätzlicher Verwendung von ungewöhnlichen Klangerzeugern. Aufführungen, Preise, Vorlesungen in vielen Ländern Europas, Russland, Ukraine, Aserbaidschan, China, USA, Canada, Brasilien, Japan.
KEYNER NIT eine Kammeroper
von Mathias Steinauer
Regie: Sven Holm
Dramaturgie: Malte Ubenauf
Musikalische Leitung: Jürg Henneberger
14.,15. und 16. April 2011 im Rahmen des
Fumetto Int. Comix Festival im Südpol, Luzern
22. –24. April 2011 im Theaterhaus Gessnerallee, Zürich, jeweils 20 Uhr
Die Kammeroper KEYNER NITbasiert auf dem gleichnamigen Roman von Luigi Malerba. Das Libretto bezieht sich einerseits auf den roten Faden und Handlungsbogen der Vorlage, hat aber zusätzlich zwei weitere Quellen, deren Extrakte in die Geschichte des Pataffio hinein geschnitten wurden: Fragmente von J.O. de la Mettrie und von Stefano Benni. KEYNER NIT ist eine ironisch bissige Satire über die Kette der Gewalt und den Kreislauf von Unterdrückung und Krieg im Kapitalismus. Malerba überträgt die Hierarchien der heutigen westlichen Welt in die klaren gesellschaftlichen Strukturen des Mittelalters. Wie in einer Miniaturaufnahme der globalen Verhältnisse des 21. Jahrhunderts erscheinen hier der Lehnsherr, der Pfarrer, die Bauern und Bauernführer, Adlige, die Burg und der Stall als böses Abbild einer ungerechten Welt, in der Hunger neben Völlerei existieren muss, um bestehende Hierarchien immer wieder zu bestätigen. Gerade weil der existentielle Hunger als kollektives Schicksal im westlichen Wohlfühldasein des 21. Jahrhunderts verschwunden scheint, ist dieser in der surrealen Montage des Librettos Folie und Metapher für unbefriedigte Bedürfnisse der erkrankten Seele im modernen Zeitalter. Und in der überzeichneten Beschreibung einer Gesellschaft des Mittelalters finden sich die selben Charakteristika von Gier nach mehr und mehr, nach Sex und Crime, “um zu erkennen, dass es dem Anderen auch nicht besser geht, und hernach zu überraschen, dass es beiden schlecht geht.“ Die Rückkehr des Menschen ins Barbarentum ist eine Frage der Zeit.
Premiere:
14. April 2011 im Südpol, Luzern
Spieldaten: 15. und 16. April 2011 im Rahmen des Fumetto Int. Comix Festival im Südpol, Luzern
22. –24. April 2011 im Theaterhaus Gessnerallee, Zürich
Mitwirkende:
Komposition und Libretto: Mathias Steinauer Musikalische Leitung: Jürg Henneberger
Regie: Sven Holm
Produktionsleitung: Nathalie Buchli, Kulturist GmbH
Bühnen-Kostümbildnerin: Elisa Limberg
Dramaturgie: Malte Ubenauf
Sängerinnen und Sänger: Katja Guedes (Varginia 1, Adelaide) Bini Lee-Zauner (Varginia 2, Junges Mädgen) Catriona Bühler (Varginia 3) Michael Hofmeister (Marconte) Javier Hagen (Frater Kapuzo, G. Ouralphe) Robert Koller (Migone, Teufel) James Cleverton(Julien Offray de La Mettrie)
Comixzeichner: Ulrich Scheel
ensemble für neue musik zürich:
Hans-Peter Frehner Flöte
Manfred Spitaler Klarinette
Viktor Müller Klavier
Lorenz Haas Schlagzeug
Urs Bumbacher Violine
Lorenz Raths Horn
Nicola Romanò Violoncello
und als Gast, Dominik Blum Hammond / Clavinet
Technische Leitung / Lichtdesign: Christoph Senn Sounddesign / Ton: David Bollinger
Video Design: Lisa Boeffgen
Korrepetitor: Saori Tomidokoro
Regieassistenz: Christine Cyris
Musikalische Assistenz: Vicente Larranaga
Daramaturgieassistenz: Ines Hu
Bühnen/Kostüm Assistenz: Silvia dello Joio
Produktionsassistenz: Dörte Wolter (D), Mario Picardi (CH)
Aufführungsorte Südpol Luzern (Fumetto Internationales Comix Festival Luzern) Theaterhaus Gessnerallee, Zürich
Eine Produktion von Kulturist GmbH in Koproduktion mit Südpol Luzern, Fumetto Internationales Comix Festival Luzern und Theaterhaus Gessnerallee, Zürich